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Battlefield Franchise

Das Battlefield Franchise begleitet mich eigentlich schon seit Battlefield 1942. Aber Battlefield 2 war das erste Spiel dieser Serie, welches wirklich mein Interesse weckte. Battlefield Vietnam und Battlefield 2142 gingen spurlos an mir vorbei. Battlefield 2 stillte den ständigen Drang nach anderen Spielen. Es wurde zu ein festen Bestandteil meiner Freizeitgestaltung.

Was war an Battlefield 2 so besonders?

Battlefield war ein Spiel das man immer spielen konnte. Selbst wenn man nur mal 30 Minuten Zeit hat. Keine Geschichte der man aufgrund stetiger „Plot-Twist“ folgen muss. Keine unzähligen Gegenstände, Waffen und Zauber. Battlefield 2 war leicht zu lernen und schwer zu meistern. Es war anspruchsvoll und bot eine konstante Leistungskurve. Mich begeisterte das Spielprinzip und die herrliche Grafik. Aber am meisten begeisterte mich, der nahtlose Übergang vom Mikrokosmos in den Makrokosmos und wieder zurück.

Was ist der Mikrokosmos?

Battlefield ermöglichte es schon von Anfang an seine persönlichen kleinen kämpfe individuell auszufechten. Das Klassensystem ermöglichte es gezielt auf die Strategie des Gegners zu reagieren. Egal ob in Häuserkämpfen mit Schrotflinte und MP. In den Straßen mit Sturmgewehren und LMG’s. Oder aus der Ferne mit den zahlreichen Scharfschützengewehren.

Es gab Spieler die ausschließlich auf den Fuhrpark der Spiele zurückgriffen und Panzergefechte austrugen. Oder ihren Kameraden aus der Luft Hilfe zur Verfügung stellten. Die feindlichen Linien überflogen und eine zweite Front ermöglichten.

Was ist der Makrokosmos?

Außerhalb der persönlichen Gefechte, steht die gesamte Spielkarte mit allen Kontrollpunkten. Die vielen Strategien, um das eigene Team mit dem Sieg zu belohnen. Die Perfektion dieses „großen Ganzen“ bildete erstmals Battlefield 2 mit dem „Commander“. Dieser konnte erstmals ganze Trupps befehligen und zusätzliche Unterstützungen bereitstellen.

Ermöglicht wurde diese vielfältigen Spielweisen von den großen und abwechslungsreichen Maps. Welche man zu Fuß, in den Fahrzeugen oder aus der Luft durchqueren konnte. Den stätigen Wachstum der Spielreihe und die Vertiefung der einzelnen Elemente.

Was bedeutet mir Battlefield?

Battlefield war für mich immer ein kurzweiliges Spiel, welches ich spiele weil ich Lust darauf habe und wann ich Lust darauf habe. Ein unkompliziertes Spiel. Dank des für diese Serie typischen Spielprinzips. Eine Spielreihe, die mir nie vorgeschrieben hat, wie ich sie zu spielen habe. Diese Spielreihe bedeutet ein Stück Freiheit für mich. Die Komplexität gewinnt das Spiel durch die Facettenreichen Strategien der Spieler. Das ist genau das, was mir diese Spielreihe schon mein halbes Leben lang bedeutet.

Wie hat sich Battlefield weiter entwickelt?

Den Höhepunkt dieser Reihe, sehe ich in Battlefield 4. Vielleicht auch in Battlefield 3, weil sich zwischen diesen Teilen nicht sehr viel verändert hat. Beide setzten auf die gleiche Engine und verwenden das gleiche Szenario. Natürlich gab es in Battlefield 4 einige Neuerungen. Aber eben keine relevanten. Eine große Weiterentwicklung, wie zwischen den vorherigen Titeln dieser Reihe, war für mich kaum zu erkennen. Vielmehr wurden kleine Mechaniken optimiert und das Klassensystem etwas angepasst. Die Restlichen Features hörten sich für mich eher nach PR-Phrasen an. Levolution wäre auch schon mit Battlefield 3 möglich gewesen.

Und auch Battlefield Hardline hat keine nennenswerten Neuerungen geboten. Eigentlich hätte ich mir gewünscht, dass kein neuer Ableger der Reihe, die bereits durch Premium gespaltene Community, weiter in verschiedene Lager teilt.

Was wäre wenn Battlefield 3-Hardline ein großes Spiel wäre?

Hätte DICE den Schritt gewagt, ein großes Spiel zu entwickeln. Wäre Battlefield 4 nur ein weiterer Premium-Zyklus gewesen. Oder wie es in Rainbow Six Siege genannt wird, eine weitere Season. Battlefield Hardline hätte nahtlos nach demselben Prinzip folgen können. Battlefield 3 wäre das größte Spiel und abwechslungsreichste Spiel dieser Art geworden. Die Community wäre gewachsen und nicht mutwillig zerschlagen worden. Aus vermutlich kommerziellen Gründen. Rainbow Six Siege hat es bewiesen, dass dieses Konzept durchaus funktioniert und profitabel sein kann. Wenn man den Spieler und nicht das eigene Konto in den Vordergrund stellt.

Was bringt der Reboot?

Battlefield 1 fühlte sich nicht nur namentlich wie ein Reboot der Reihe an. Die Community wurde kleiner, die Kritik wurde stetig größer. Mechaniken wurden vereinfacht oder entfernt. Atmosphärisch hatte Battlefield 1 tatsächlich einiges zu bieten. Aber man merkte schon, dass der Fokus der Entwickler neu ausgerichtet wurde. Massentauglichkeit und Lootboxen sollten die Spieler bei Laune halten. Battlefield 1 fühlte sich für mich anfangs an wie eine Geldverschwendung. Aber da wusste ich noch nicht, was DICE für Battlefield 5 geplant hat.

Wie funktioniert das „Game as a Service“ Prinzip

Battlefield 5 verzichtete endlich auf das Premium-Preismodell. Man war ich froh als ich das gehört habe. Endlich werden die Spieler nicht mehr durch eine finanzielle Schranke voneinander getrennt. Ermöglicht wurde das dadurch, dass DICE das Spiel als Dienstleistung verkauft. Und mit stetig neuen Inhalten wirbt.

„Game as a Service“ bedeutet hierbei jedoch ein unfertiges Spiel zu kaufen. Fehlende Inhalte werden als Erweiterung deklariert. Dabei waren nicht wenige davon schon lange ein fester Bestandteil der Serie. Zudem sind die besagten Inhalte nur zeitlich begrenzt verfügbar.

Der Rush-Modus konnte früher mit maximal 64 Spielern frustrierend sein. Jetzt wurde er auf 32 Spieler begrenzt und wieder aus dem Spiel entfernt.
Für mich ist „Tides of War“ keine Reise und kein Service. Für mich ist es ein Abschied. Ein Abschied von der wichtigsten Spielreihe, die es für mich gibt.

Warum keine eigenen Server

Die Vielzahl der Server, welche die Community auf eigene Kosten bereitstellte, deckte immer einen Großteil der eigenen Bedürfnisse ab. Wollte man lange in einer Runde Spielen, gab es Server mit einem vielfachen der üblichen Tickets. Es gab Hardcore Server, große Server, kleine Server. Server auf denen bestimmte Waffengattungen verboten waren. Server auf denen nur bestimmte Waffengattungen erlaubt waren.

DICE, davon lebt ein Spiel! Ein Spiel lebt von der Freiheit und dem Enthusiasmus der Community! Von den Inhalten, die die Community erschafft! Darum wird auch heute noch Counter-Strike: Source gespielt.

Aber daran verdient ein Entwickler nicht so viel. Darum kann man mit echtem Geld kosmetische Gegenstände kaufen. Mit regelmäßig wechselnden Aufgaben, kann ich Inhalte freischalten. Darunter auch Waffen und Fahrzeuge. Verpasst man es in dieser Zeit zu spielen, fehlen diese Inhalte dauerhaft. So will DICE die Spieler an das Spiel binden.

Tides of War und Mietserver

Für das Konzept „Tides of War“ sind Mietserver schädlich. die Aufgaben würden ihre Schwierigkeit und ihren Sinn verlieren. Beispiel hierfür: „Erobere 3 Kontrollpunkte in einer Runde“.

Wo sind die Favoriten und die Auto Team Balance?

Auf favorisierten Servern mit wiederkehrenden Spielern zu spielen, ist nicht mehr möglich. „Auto Team Balance“ und die Möglichkeit das Team zu wechseln, ist diesem Progressionssystem zum Opfer gefallen. Oft beobachtet man eine Hetzjagd des eigenen Teams, gegen den letzten verbleibenden Spieler des des gegnerischen Teams.

Was ist Battlefield V’s Firestorm?

DICE scheint es egal zu sein, was dieses Spiel der Community bedeutet. Damit meine ich den Teil der Community, der die Entwicklung dieser Marke schon seit den ersten Schritten begleitet und ermöglicht hat. Firestorm ist der Beleg dafür. Denn Firestorm soll unter der Marke des Franchise einen Trend bedienen. Die Umsetzung ist mehr als Mangelhaft. Battlefield ist ein auf zwei Fraktionen ausgelegtes Teamspiel. Firestorm wurde irgendwie halbherzig in dieses Prinzip gepresst. und dabei wurden viele Kompromissen in Kauf genommen.

Wäre Firestorm doch bloß ein eigenes Spiel, mit derselben Engine. Es könnte in einem eigenen Kontext stehen. Es hätte keinerlei Einschränkungen, wie die Zeit in der es spielt, die Fraktionen, Waffen und Fahrzeuge mit denen man es spielt. DICE und die Marke Battlefield würden davon profitieren. Vielleicht hätte es der Grundstein einer neuen Marke werden können. Jetzt wo EA-Games schon so viele etablierte Marken förmlich gegen die Wand gefahren hat. Und wenn es kein Erfolg wird, könnte man es unabhängig von Battlefield kostenfrei zur Verfügung stellen. Durch die mittlerweile üblichen Mikrotransaktionen könnte man vielleicht sogar große Gewinne erwirtschaften.

FAZIT

Battlefield ist nicht mehr das was es mal war. Zu viele Kompromisse sind eingegangen worden, um neue Spieler zu finden. Die Wünsche der ursprünglichen Spieler wurden ignoriert. Massentauglichkeit und künstliche Bindung stehen im Vordergrund. Die Freiheit, das Spiel so zu spielen wie ich es möchte, ist nur möglich solange man die Aufgaben ignoriert und sich dem Spielgeschehen anpasst. Was vielen Spielern offensichtlich nicht gelingt. Dadurch habe ich persönlich, nur noch selten Lust meine Zeit mit diesem Spiel zu verschwenden.